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Otto-Azubi-Ausflug zu Speidel und zum Kartfahren

Teil 1: Was wird eigentlich aus dem Otto-Garn?

“Wir produzieren rund 65.000 Teile am Tag”. Moment, hat sie das wirklich gesagt? Ja, hat sie. Wow. Zwar reden wir hier von Damenunterwäsche und die geht eng zusammen – aber wie groß muss ein Raum wohl sein, um diese Menge Slips, BHs und Unterhemden zu fassen? Wir versäumen, Swenja Speidel diese Frage zu stellen, denn sie hat weitere Eckdaten zum Wäschehersteller in Bodelshausen parat. Auch eine “Otto-seitige” Kennzahl: Ein großer Anteil der Garne, die Speidel verarbeitet, stammt aus Dietenheim. Bei Speidel werden also viele der sauber aufgewickelten Garnspulen, die unsere Spinnerei täglich verlassen, weiterverarbeitet.

Wie das genau aussieht, dieses “Weiterverarbeiten”, das lernen wir in an diesem frostigen Dezembertag in Bodelshausen. Betriebsleiter Stefan Wißmann führt uns als erstes durch die Strickerei; hier ist es warm – und laut. Rund 140 Rundstrickmaschinen machen aus Garn eine textile Fläche, mehrere hundert Tonnen im Jahr. Die Speidel-Besonderheit lautet “Leibweite”. Das bedeutet, dass ein Wäscheteil “aus dem Schlauch” produziert wird, sprich es bei Hemden und Slips keine Seitennaht gibt. Das ist gut für den Tragekomfort, aber anspruchsvoll für den Maschinenpark. Schließlich braucht es für jede Konfektionsgröße - von S bis XL – die Rundstrickmaschine(n) mit dem entsprechenden Durchmesser. Überhaupt ist das mit der Maschenware nicht trivial: Strickereileiter Wernet erläutert mit Hilfe einer überdimensionalen Zungennadel, wie aus Garn eine Masche gebildet wird.

 

Der fertige Stoff wird im Haus fixiert, dann geht’s zur Ausrüstung, das bedeutet Waschen, Färben, Versiegeln. Darum kümmern sich Textilausrüster im nächsten Umkreis; einer davon ist sogar Teil der Speidel-Firmengruppe. Dann folgt der Zuschnitt. Wer da noch an eine Zuschneide-Schere denkt, ist Romantiker: Im Souterrain wird gestanzt, hier kommen die Standardteile raus. Alles andere wird im ersten Stock zugeschnitten, mehrlagig im Vakuum, damit nichts verrutscht.

Ein paar Schritte über den zugigen Hof und wir gelangen in ein Lager, eines von vielen, wie sich zeigt. 20.000 Lagerfächer gibt es alleine in diesem, viele tausende mehr in weiteren Lagerbereichen. So liegt Ware für Stammkunden für deren nächste Order immer bereit. Liefern zu können ist eine weitere Speidel-Spezialität.

 

Teil 2: Wer hat die beste Rundenzeit?

Nach so viel Info braucht es ein Mittagessen, um für das Nachmittagsprogramm fit zu sein. Kartfahren ist schließlich auch Sport, das beweist der Muskelkater, den die Teilnehmer davontragen. Kurz entschlossen findet sich das Team in einem berühmten amerikanischen Schnellrestaurant ein 😁. Gestärkt geht es dann weiter ins „Kart&Fun“ nach Neckartenzlingen. Nach Inspektion der Rennstrecke und Erklärung der Regeln des Kartfahrens bekommt jeder den passenden Helm. Sicherheit geht vor, das versteht sich von selbst. Acht Minuten stehen den Piloten zum Warmfahren zur Verfügung, und um sich mit der kurvigen Strecke vertraut zu machen. Im Qualifying kämpft das Azubi-Team um den besten Platz in der Startaufstellung fürs Rennen, das kennen wir aus der Formel 1. Dann ist es so weit: Jeder hat seinen Startplatz, spätestens jetzt sorgt das Adrenalin für Herzklopfen. Die Ampel schaltet auf Grün. Alle treten aufs Gas, versuchen, sich einen guten Platz im Feld zu sichern, suchen Lücken, durch die sie schlüpfen können und setzen an, um die Kontrahenten auf der Geraden zu überholen. Manche Manöver klappen, andere nicht. Dann die schwarz-weiß karierte Fahne, die das Ende des Rennens anzeigt.

Erster geworden ist - wie beim letzten Kartfahren 2016 – Titelverteidiger Andreas K. Platz zwei geht an unseren Chef, der mit knappem Rückstand den zweiten Platz auf dem Siegertreppchen ergattert. Auf den dritten Platz hat es Jonah geschafft. Die beste Rundenzeit hat *Trommelwirbel* … Andreas Merkel eingefahren! Was haben wir für einen flinken Chef 😊. Herzlichen Glückwunsch an die Piloten.

Auf dem Rückweg nach Dietenheim beachten wir selbstverständlich wieder die Straßenverkehrsordnung. Müde und erfüllt von den Tageseindrücken ziehen wir Resümee: Das war ein toller Tag, der nach Wiederholung schreit! 😊