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Drei Fragen an Bernd Koszescha zu seiner Arbeit bei Otto Garne: “Ein Uhrwerk, dessen Rädchen perfekt ineinandergreifen”

Wann und in welcher Position haben Sie bei Otto Garne angefangen?

Meinen ersten Arbeitstag bei Otto hatte ich im Februar 2002. Eingestellt wurde ich als Disponent der Spinnmaschinen in Balzheim. Zu meinen Aufgaben gehörte es von Anfang an, LKWs zu disponieren und Preise zu verhandeln mit den Speditionen.  

Zur Verkaufsplanung, die ich bei meinem vorherigen Arbeitgeber gemacht hatte, kam bei Otto zusätzlich die Produktionsplanung hinzu. Die Fragestellung lautete sowohl “Wann kauft der Kunde” als auch “Wieviel kauft er zu diesem Zeitpunkt”. Das will geplant sein. Auch Kundenbetreuung war schon damals Teil meiner Aufgaben.  

Insgesamt ein breites Tätigkeitsfeld also, bei dem für mich viel Neues zu lernen war. Die Otto-Kollegen haben mich dabei enorm unterstützt. 

 

Was sind Ihre Position und Ihre Aufgaben heute?  

Eigentlich hat sich, zumindest auf dem Papier, nicht so viel verändert. Ich kümmere mich um die Produktionsplanung Spinnerei sowie die Disposition, außerdem Kundenbetreuung Rohweiß-Garne, Transport- und Logistik-Management sowie Abrechnung Drittland.  

Die Arbeit mit den Speditionen ist über die Jahre anspruchsvoller und weniger planbar geworden: Den Speditionen fehlen schon jahrelang die Fahrer, das ist bekannt. Bis zum Ukrainekrieg konnte man sich mit osteuropäischen Fahrern behelfen. Die fehlen jetzt, so dass LKWs auf dem Hof stehen bleiben müssen. Dazu kommt die Corona-Pandemie und die immer wieder zeitweise gesperrten Häfen. Wenn mal 60 Containerschiffe vor den Häfen liegen, werden Container genauso knapp wie die Entladekapazitäten. Dann wartet man eben. Keiner kann was dafür, aber am Ende liegt das Risiko beim Käufer.  

Im Betriebsrat war ich mehr oder weniger von Anfang an, da fand direkt eine Wahl statt. Mittlerweile bin ich in der vierten Periode aktiv. Das ist mir ein persönliches Anliegen.  

 

Können Sie uns ein Highlight aus Ihrer Otto-Karriere verraten? 

Das Erste, was mir ein fällt, ist kein Highlight im eigentlichen Sinn, sondern eher ein Zustand: die gute Zusammenarbeit unter den Kollegen, über viele Jahre hinweg. Die Firma funktioniert wie ein Uhrwerk, die einzelnen Rädchen greifen perfekt ineinander. Würde eines ausfallen, würde der Rest auch nicht mehr richtig funktionieren.   

Zusammenkünfte wie das Sommerfest zeigen diesen Zusammenhalt. Oder auch unser Spannferkelessen im “Kreuz” in Moosbeuren: Das war meine Idee, die ich ziemlich früh in meiner Zeit bei Otto eingeführt habe. Mittlerweile sind wir über 40 Leute. Das ist ein Event, an dem alle teilnehmen können; spätestens, seit es sogar eine vegetarische Variante zum Spanferkel gibt.  

Diese soziale Komponente am Arbeitsplatz ist mir sehr wichtig, und nicht nur bezogen auf die fünf Menschen, mit denen ich sowieso jeden Tag zusammenarbeite. Wahrscheinlich, weil ich seit Kindesbeinen als Fußballer ein Team-Player bin. Auch außerhalb der Arbeit organisiere ich gerne Dinge, für Groß und Klein: In unserem Ort habe ich eine Basketballmannschaft auf die Beine gestellt, die mittlerweile 60 Mitglieder umfasst, Kinder wie Erwachsene.