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Was Baumwolle so alles kann: “Maco-Brokat-Damast in bester süddeutscher Aussteuerqualität”

Der aktuelle textile Aha-Moment stammt von der Bloggerin selbst, deshalb berichten wir heute mal in der Ich-Form:  Kürzlich habe ich beim Entrümpeln einen längst vergessenen Karton mit Aussteuer-Bettwäsche gefunden.  

Kurzer Einschub für alle Leser unter 30: “Aussteuer” ist gleichbedeutend mit “Mitgift”. Bis weit ins 20. Jahrhundert war es üblich, dass die Bräute eine gewisse Grundausstattung mit in die Ehe brachten, fürs gemeinsame Heim. Meine Oma war ein großer Fan dieser Tradition und hat meine Schwester und mich so großzügig mit Porzellan, Besteck und Bettwäsche ausgestattet, dass manches davon erst mal in einer dunklen Ecke landete.

So wie dieser Karton, den ich jetzt wieder entdeckte und neugierig auspackte. Heraus kamen originalverpackte (immerhin schon in Plastikfolie ;-)) Kissen- und Deckenbezüge, mit der Aufschrift “Maco Brokat-Damast” aus “reiner Baumwolle”. Aha. Damast also. Ein feinglänzender, gemusterter Stoff. Nicht elastisch, wie man es heute vom Spannbetttuch kennt, sondern ganz klar Webware, jedoch weich und seidig im Griff. Dafür braucht es die hochwertigen, extra-langstapeligen Fasern, die Mako-Baumwolle mitbringt. Bei Gebr. Otto werden die zur Herstellung der feinen Garne, insbesondere jene der Marke “Cotton since 1901”. Über die hatte ich doch erst neulich kürzlich geschrieben!

Ans Tageslicht befördert zeigte meine Damast-Bettwäsche ihre aufwendigen, feinen Muster. Sie werden “durch Wechsel von Schuss- und Kettfaden” hergestellt, erklärte mir textile Fachliteratur. 

 

Und noch was stand auf der Packung: “In bester süddeutscher Aussteuerqualität”. Ob das wohl ein Produktversprechen war, dass die Bettwäsche ihren Benutzer bis ans Lebens- oder Eheende begleiten würde? Puh! Zumindest ein sehr nachhaltiger Gedanke. Jedenfalls habe ich meine Damast-Bettwäsche in die Waschmaschine befördert und werde sie bei nächster Gelegenheit beziehen. Darauf freue ich mich :-).