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Auf Wiedersehen für Zwirnereileiter Roland Beyrle: drei Fragen an ein “echtes Kaliber” bei Otto Garne

Roland Beyrle, den Andreas Merkel in seiner Verabschiedung als “echtes Kaliber” bezeichnete, trat vor 48 Jahren seinen ersten Arbeitstag bei Gebr. Otto an. Ein wenig Otto-Erfahrung besaß er schon, als er damals, 1974, als Lehrling in der Schlosserei begann: Beyrle hatte in den Ferien schon mehrfach beim Dietenheimer Textilunternehmen ausgeholfen. Nach abgeschlossener Ausbildung und Bundeswehr arbeitete der spätere Zwirnereileiter zuerst als Springer und lernte so Packerei, Strickerei und Spinnerei kennen. Auch nach seiner Meisterprüfung zum Industriemeister Textil packte er mit an, wo sachkundige Hände gebraucht wurden. Die Zwirnerei in Balzheim stand die vergangenen 25 Jahre unter seiner Ägide.   

  

Was waren Ihre Highlights in der Zeit bei Otto?  

Mein größtes Highlight ist noch gar nicht lange her. Das war der Umbau der Zwirnerei, den wir vor etwa acht Jahren vorgenommen haben. Da wurde der Boden saniert, neue Maschinen aufgestellt, deren ganze Anordnung geprüft und verbessert. Alle Maschinen, die heute in der Zwirnerei stehen, in ihrer jeweiligen Ausstattung, habe ich so platziert und angeordnet. Schlosser, Elektroniker und Techniker haben sich bei der Neugestaltung an meinen Plänen orientiert. Als am Ende alles prima funktioniert hat, hat mich das natürlich stolz gemacht und mir einen Push nach vorne gegeben.  

Mit dieser Modernisierung haben wir uns wieder ganz stark zur Garnerzeugung bekannt. Eine Zeitlang hatten wir uns davor auf verwandten Geschäftsfeldern versucht. Grundsätzlich gab und gibt es bei Otto nie Stillstand oder Standard. Wir sind immer auf der Suche nach Verbesserungen, Neuerungen. Auch für Maschinenhersteller sind wir DIE Adresse, um neue Maschinen oder Prototypen zu testen. Da ist eine Begeisterung im Team, alle ziehen mit, es ist der Verdienst der ganzen Mannschaft.  

 

Was werden Sie bestimmt vermissen?  

Den Umtrieb! Ich bin in einer Wirtschaft groß geworden, außerdem hatten wir zuhause noch Landwirtschaft. Da war immer was los, ständig etwas zu tun. Ich bin auch immer sehr gerne zum Arbeiten gekommen, Arbeit ist und bleibt ein wichtiger Teil meines Lebens. Auch meine Kollegen und Mitarbeiter werden mir fehlen. Deren Unterstützung, der Respekt für meine Arbeit und mein Können hat mich immer erfüllt. Und das Team, der Zusammenhalt unter den Kollegen ist außergewöhnlich.  

 

Was wird Ihnen höchstwahrscheinlich nicht fehlen?   

Die Tatsache, dass ich keine Verantwortung mehr trage und mehr Freizeit habe, ist toll. Jetzt im Sommer war es schön, einfach Zeit zu haben. Langfristig allerdings ist mir das zu wenig. Ich bin kein Einzelgänger, sondern brauche Menschen, Rummel, Bewegung. Deshalb bin ich noch auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe für mich.