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Wechsel in der Spinnerei von Gebr. Otto: Claus Frey spinnt den Faden weiter

Claus Frey wird zum Herbst 2022 die Leitung der Spinnerei übernehmen; seit Jahresbeginn teilt er sich die Verantwortung mit Günther Schuster, dem langjährigen Spinnereileiter, der nach 49 Jahren bei Gebr. Otto zum Herbst in den Ruhestand gehen wird.

Diesen Stabswechsel nutzen wir für einen kleinen Plausch mit dem alten und dem neuen Spinnereileiter.

 

Schuster-Nachfolger Claus Frey ist Feinwerkmechanikermeister und „im Maschinenbau zuhause“, wie er über sich sagt. Was sich an Maschinen in der Karderie, der Streckerei, der Spulerei und der Spinnerei findet, kennt er wie seine Westentasche. Die Produkte, die diese Maschinen herstellen, also die verschiedenen Garne, waren anspruchsvolles Neuland für Frey. Seit eineinhalb Jahren bereitet er sich deshalb auf die neue Position vor: In einem einjährigen Betriebsdurchlauf hat er sich in die „unglaublich vielfältige“ Materie „hineingefuchst“, bevor er zum Jahresbeginn 2022 die Leitung der Spinnerei, gemeinsam mit Schuster, übernommen hat.

 

Drei Fragen an Claus Frey

Herr Frey, Sie werden nach dem Betriebsurlaub die Spinnereileitung übernehmen. Was fasziniert Sie an Ihrem neuen Job?

Die Herausforderung! In meinem bisherigen Bereich, im Maschinenbau, habe ich viel gesehen, viel gelernt, besitze ein großes Wissen. Ich wollte etwas Neues kennenlernen, ja, ich hatte durchaus einen Drang, mich nochmal zu verändern.

Was fordert Sie besonders?

Die unglaubliche Vielfältigkeit, die in einem Garn steckt. Es gibt so viele kleine Nuancen an jeder einzelnen Stelle des Prozesses, so viele „Schräubchen“, an denen man drehen kann – beim Kardieren, beim Strecken, beim Umspulen und schließlich beim Spinnen – die das Ergebnis, das fertige Garn, ganz eklatant verändern. Das Gefühl für diese Nuancen kann man nur bedingt erlernen, da gehört einfach enorm viel Erfahrung dazu.

Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft?

Ich hoffe und wünsche mir, dass wir als Spinnerei noch lange am Standort Deutschland aktiv sein können. Wir gehören längst zu den letzten Spinnereien hierzulande. Unser Betriebsklima ist top, wir haben ein wirklich gutes Verhältnis untereinander, über alle Bereiche und Hierarchien hinweg. Ob Schlosserei, Elektrik, wo auch immer: Man kann rübergehen, einen Kollegen um einen Rat oder eine Meinung bitten. Oder einfach mal miteinander reden und lachen.