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Es brummen die Turbinen am rauschenden Bach: Gebr. Otto nutzt seit 120 Jahren Wasserkraft

Zum Thema Wasser lässt sich unendlich Vieles sagen. Es ist schließlich die „essenziellste Ressource allen Lebens“. So schreibt es das Bundesumweltministerium in seinem Beitrag anlässlich des heutigen Weltwassertages.

Wir wollen uns an dieser Stelle jedoch nicht mit dem Grundwasser befassen – unter diesem Thema steht der diesjährige Weltwassertag –, oder mit dem Wasserverbrauch in der Garnherstellung, sondern mit Wasser als Energieträger.

 

Dieses Brummen …

Wer nämlich bei Gebr. Otto in Dietenheim schon mal im Besucherzimmer saß, der hat es im Ohr, das sonore Dauerbrummen. Das ist die Turbine des hauseigenen Wasserkraftwerks. Das Wasser der Iller treibt sie an und sorgt für 180.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. In Balzheim, wo ein zweites Wasserkraftwerk steht, sind es sogar 280.000 Kilowattstunden. Damit decken wir bei Gebr. Otto etwa 14 Prozent unseres Energieverbrauches.

 

Was passiert, wenn es, so wie in diesem März, kaum regnet und Flüsse und Seen Niedrigwasser führen? Wenig, erklärt Andreas Merkel, Geschäftsführer von Gebr. Otto. Der Trick ist der Triebwerkkanal, der aus der Iller ausgeleitet wird, und pro Sekunde 1,3 Kubikmeter Wasser zugeführt bekommt. Schwieriger sind heftige Niederschläge, Hochwasser und Eis im Winter. „Dann müssen wir das Wasser und die Triebwerke abstellen.“

 

Ein Grund, dem Strom aus Eigenerzeugung den Rücken zu kehren, sind extreme Wetterlagen nicht, im Gegenteil. Andreas Merkel: „Wasserkraft trägt zur Grundlast bei und ist deshalb essenziell. Außerdem ist sie eine saubere Art der Energieerzeugung und im Rahmen der Energiewende ein wichtiger Baustein in unserem Energiemix.“

 

Wasserkraft seit 120 Jahren

Was uns Andreas Merkel an dieser Stelle nicht verrät: Wasserkraft hat bei Gebr. Otto genauso viel Tradition wie die Baumwolle: Bereits im Jahr 1901 betrieben die Gebrüder Carl und Ernst Otto ihre Zwirnerei mit Strom aus dem Gießen. Wasserkraft ist damit genauso zeitlos, wie unser Ziel, nachhaltige, regionale Produkte herzustellen.

 

Interessantes für den Hinterkopf

Noch ein paar Fakten zu Wasserkraftwerken allgemein: Sie haben laut der Deutschen Energie-Agentur einen Wirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. Damit liegen sie gleichauf mit einem modernen BHKW, das meist gasbefeuert ist. Der CO2-neutrale Strom aus Wasserkraft trägt, im Gegensatz zu sauberer Energie aus Wind und Sonne, außerdem zur Netzstabilität bei.